Von Marc Begic
Was kostet eine Website für Handwerker? Marktübersicht 2026
„Was kostet eine Website?” ist die häufigste Frage, die mir Handwerker im Erstgespräch stellen — und die Antwort, die sie im Netz finden, reicht von 0 Euro bis 20.000 Euro. Beides stimmt. Und genau das macht die Frage so frustrierend.
Dieser Artikel bringt Ordnung in den Markt: Was kosten die verschiedenen Wege wirklich, welche laufenden Kosten werden gern verschwiegen, und woran erkennen Sie ein seriöses Angebot?
Die drei Wege zur Website — und was sie kosten
Weg 1: Baukasten selbst machen (0 bis ca. 40 € pro Monat)
Wix, Jimdo, Squarespace und Co. werben mit „Website in 30 Minuten”. Die Software kostet je nach Tarif etwa 10 bis 40 Euro im Monat, dazu kommt Ihre eigene Arbeitszeit — und die wird regelmäßig unterschätzt.
Wer noch nie eine Website gebaut hat, sitzt schnell 30 bis 60 Stunden an Texten, Bildern, Struktur und Technik. Rechnen Sie Ihren eigenen Stundensatz dagegen, ist der Baukasten selten so günstig, wie er wirkt. Dazu kommt: Die meisten selbstgebauten Baukasten-Seiten werden bei Google kaum gefunden, weil Ladezeit, Struktur und lokale Suchmaschinenoptimierung fehlen.
Für wen sinnvoll: Betriebe in Gründung mit sehr knappem Budget, die erst einmal überhaupt auffindbar sein wollen — und Zeit mitbringen.
Weg 2: Freelancer (ca. 1.500 bis 6.000 €)
Ein einzelner Webdesigner oder Entwickler baut Ihnen die Seite. Typische Marktpreise für eine Handwerker-Website mit 5 bis 8 Unterseiten liegen je nach Erfahrung und Region zwischen 1.500 und 6.000 Euro. In München und Umgebung eher am oberen Ende.
Die Qualität schwankt hier am stärksten. Es gibt exzellente Freelancer — und solche, die ein WordPress-Theme installieren, Ihre Texte einfordern („liefern Sie mal Content”) und nach dem Livegang nicht mehr erreichbar sind. Der Preis allein sagt wenig über die Qualität aus.
Für wen sinnvoll: Betriebe, die einen persönlichen Ansprechpartner wollen und bereit sind, Referenzen genau zu prüfen.
Weg 3: Agentur (ca. 4.000 bis 15.000 €+)
Klassische Agenturen kalkulieren mit Teams: Projektleitung, Design, Entwicklung, Text. Das schlägt sich im Preis nieder — für eine Unternehmens-Website sind 4.000 bis 15.000 Euro marktüblich, größere Projekte mit Individualentwicklung liegen darüber.
Dafür bekommen Sie in der Regel einen strukturierten Prozess und mehr Absicherung. Der Nachteil: Bei großen Agenturen sind kleine Handwerksbetriebe oft das kleinste Projekt im Haus — entsprechend viel Aufmerksamkeit bekommen sie. Und die Abstimmung über mehrere Personen zieht Projekte in die Länge; drei bis sechs Monate Projektlaufzeit sind keine Seltenheit.
Für wen sinnvoll: Größere Betriebe mit komplexen Anforderungen, mehreren Standorten oder Konzernstrukturen.
Die Kostenfaktoren: Warum Angebote so unterschiedlich ausfallen
Zwei Angebote für „eine Website” können sich um den Faktor fünf unterscheiden — weil ganz unterschiedliche Dinge drinstecken. Die wichtigsten Preistreiber:
- Umfang: Eine Onepage-Visitenkarte ist etwas anderes als 15 Unterseiten mit eigener Seite pro Leistung.
- Texte: Schreibt der Anbieter die Texte, oder müssen Sie liefern? Professionelle Texte, die bei Google gefunden werden, sind viel Arbeit — und einer der größten Unterschiede zwischen Angeboten.
- Suchmaschinenoptimierung: „SEO inklusive” kann bedeuten: ein Meta-Titel pro Seite. Oder: Keyword-Recherche, lokale Optimierung, strukturierte Daten, Google-Unternehmensprofil. Fragen Sie konkret nach.
- Fotos: Stockfotos, Ihre Handyfotos oder ein professionelles Shooting?
- Funktionen: Kontaktformular ist Standard. Online-Terminbuchung, Bewertungs-Einbindung oder mehrsprachige Inhalte kosten extra.
- Rechtliches: Impressum, Datenschutzerklärung, Cookie-Handling — muss dabei sein, ist es aber nicht immer.
Versteckte Kosten: Worauf Sie nach dem Livegang achten müssen
Der Kaufpreis ist nur die halbe Wahrheit. Diese laufenden Posten sollten Sie vor der Unterschrift kennen:
Hosting und Domain
10 bis 30 Euro im Monat sind normal. Vorsicht bei Anbietern, die deutlich mehr für „Premium-Hosting” verlangen, ohne zu erklären, was Sie dafür bekommen.
Wartung und Updates
Besonders bei WordPress ein echter Kostenpunkt: Das System und seine Plugins brauchen regelmäßige Sicherheitsupdates. Wartungsverträge kosten marktüblich 30 bis 150 Euro im Monat. Wer sie weglässt, riskiert eine gehackte Seite — das kommt teurer. Websites ohne Wartungsbedarf (statisch generierte Seiten ohne Plugin-System) umgehen dieses Problem technisch; fragen Sie den Anbieter, wie seine Seiten aufgebaut sind.
Lizenzen
Manche Anbieter bauen mit kostenpflichtigen Themes, Page-Buildern oder Plugins, deren Jahreslizenzen Sie später selbst tragen. Lassen Sie sich alle wiederkehrenden Lizenzkosten schriftlich auflisten.
Die teuerste versteckte Kostenfalle: Abhängigkeit
Fragen Sie immer: „Gehört mir die Website — Domain, Inhalte, Zugänge?” Es gibt Mietmodelle, bei denen Sie monatlich zahlen und beim Anbieterwechsel mit leeren Händen dastehen. Das kann über fünf Jahre mehr kosten als drei ordentliche Websites.
Woran Sie ein seriöses Angebot erkennen
Nach vielen Gesprächen mit Betrieben, die schon einmal schlechte Erfahrungen gemacht haben, sind das die verlässlichsten Signale:
- Der Anbieter fragt zuerst nach Ihrem Ziel, nicht nach Ihrem Budget. Wer sofort einen Preis nennt, ohne Ihren Betrieb zu kennen, verkauft ein Paket von der Stange.
- Das Angebot listet konkret auf, was enthalten ist — Seitenzahl, Texterstellung, SEO-Maßnahmen, Rechtstexte — statt schwammiger Posten wie „Webdesign-Paket Professional”.
- Laufende Kosten stehen schwarz auf weiß im Angebot, inklusive Hosting, Wartung und Lizenzen.
- Eigentum ist geklärt: Domain läuft auf Ihren Namen, Sie bekommen alle Zugänge.
- Referenzen sind echt und prüfbar. Rufen Sie ruhig einen Referenzkunden an — seriöse Anbieter haben damit kein Problem.
- Es gibt keine Fantasie-Versprechen wie „Platz 1 bei Google garantiert”. Niemand kann Google-Rankings garantieren; wer es doch tut, disqualifiziert sich selbst.
Rechenbeispiel: Was eine Website einbringen muss
Eine nüchterne Rechnung hilft bei der Einordnung: Angenommen, eine Website kostet 4.000 Euro und hält fünf Jahre. Das sind rund 67 Euro pro Monat. Wenn ein durchschnittlicher Auftrag bei Ihnen 800 Euro Umsatz bringt, muss die Website einen einzigen zusätzlichen Auftrag pro Jahr liefern, um sich deutlich zu rechnen.
Genau deshalb ist die entscheidende Frage nicht „Was kostet die Website?”, sondern „Bringt sie mir Anfragen?”. Eine 1.000-Euro-Seite, die niemand findet, ist teurer als eine 5.000-Euro-Seite, die jede Woche eine Anfrage bringt. Wie eine Website konkret auf Anfragen ausgelegt wird, habe ich auf der Seite Webdesign für Handwerk und lokale Betriebe beschrieben.
Häufige Fragen
Warum stehen bei vielen Anbietern keine Preise auf der Website?
Weil der Aufwand stark vom Projekt abhängt: 5 Seiten oder 15, Texte vorhanden oder nicht, Terminbuchung ja oder nein. Seriös ist, wer nach einem Erstgespräch ein schriftliches Festpreis-Angebot vorlegt — unseriös ist, wer auch nach dem Gespräch nur vage bleibt.
Reicht nicht erstmal eine Facebook- oder Instagram-Seite?
Als Ergänzung ja, als Ersatz nein. Auf Social Media sind Sie Gast auf fremdem Grund: Der Algorithmus entscheidet, wer Sie sieht, und bei Google werden Profile kaum für lokale Suchen wie „Elektriker München” ausgespielt. Die eigene Website gehört Ihnen — mit allem, was darauf einzahlt.
Kann ich eine bestehende Website überarbeiten lassen statt neu zu bauen?
Manchmal ja — wenn Technik und Struktur solide sind und nur Inhalte oder Design veralten. Oft ist ein Neuaufbau aber günstiger als eine Sanierung, weil sich alte technische Probleme mitschleppen. Ein ehrlicher Anbieter schaut sich die Seite an und sagt Ihnen offen, welcher Weg wirtschaftlicher ist.
Sie wollen wissen, was Ihre Website konkret kosten würde? Im kostenlosen Erstgespräch schaue ich mir Ihre Ausgangslage an und sage Ihnen ehrlich, was sinnvoll ist — und was Sie sich sparen können. Mehr zu meiner Arbeitsweise finden Sie auf der Webdesign-Seite.