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Website erstellen lassen: der Ablauf Schritt für Schritt

Viele Betriebe schieben ihre Website seit Jahren vor sich her — nicht, weil sie den Nutzen nicht sehen, sondern weil sie das Projekt fürchten: monatelange Abstimmungen, ständige Rückfragen, „liefern Sie mal Texte und Bilder”, und am Ende weiß keiner mehr, was eigentlich vereinbart war.

Das muss so nicht laufen. Hier ist der komplette Ablauf eines Website-Projekts, Schritt für Schritt — inklusive dem, was Sie als Auftraggeber wirklich tun müssen (weniger, als Sie denken) und wo Projekte typischerweise stecken bleiben.

Schritt 1: Das Erstgespräch — Ziele statt Technik

Am Anfang steht kein Pflichtenheft, sondern ein Gespräch von 15 bis 30 Minuten. Die Fragen, die dabei geklärt werden müssen:

  • Was soll die Website erreichen? Anrufe? Terminanfragen? Bewerbungen für offene Stellen? Das Ziel bestimmt alles Weitere.
  • Wer sind Ihre Kunden? Privathaushalte, Hausverwaltungen, Gewerbe — je nachdem sehen Texte und Struktur anders aus.
  • Was gibt es schon? Alte Website, Google-Unternehmensprofil, Logo, Fotos von Baustellen und Team.
  • Wovon leben Sie am besten? Nicht jede Leistung ist gleich profitabel. Die Website sollte die Aufträge anziehen, die Sie wirklich wollen.

Ein gutes Erstgespräch fühlt sich nicht wie ein Verkaufsgespräch an, sondern wie eine Bestandsaufnahme. Danach sollten Sie ein schriftliches Angebot mit klarem Leistungsumfang bekommen — was drinsteckt und woran Sie seriöse Angebote erkennen, habe ich im Artikel Was kostet eine Website für Handwerker? aufgeschlüsselt.

Schritt 2: Konzept und Texte — die unterschätzte Hauptarbeit

Hier entscheidet sich, ob die Website später funktioniert. Bevor irgendetwas designt wird, braucht es:

  • Die Seitenstruktur: Welche Seiten gibt es? Faustregel für lokale Betriebe: eine eigene Seite pro Kernleistung, denn „Badsanierung München” und „Heizungsinstallation München” sind zwei verschiedene Google-Suchen.
  • Die Texte: Was steht auf jeder Seite, und beantwortet es die Fragen, die Kunden wirklich haben?

Und hier steckt der klassische Projekt-Killer: Viele Anbieter sagen an dieser Stelle „Schicken Sie uns Ihre Texte”. Dann liegt das Projekt drei Monate auf Ihrem Schreibtisch, weil Sie abends nach der Baustelle keine Werbetexte schreiben — völlig verständlich.

Meine Arbeitsweise ist umgekehrt: Ich schreibe die Texte auf Basis des Erstgesprächs, Sie lesen sie gegen und korrigieren Fachliches. Aus einer Bringschuld wird eine Freigabe — das ist der Unterschied zwischen drei Monaten Stillstand und drei Tagen Fortschritt.

Ihr Aufwand in diesem Schritt: Texte lesen, Fachbegriffe korrigieren, vorhandene Fotos heraussuchen. Realistisch ein bis zwei Stunden.

Schritt 3: Design — Vertrauen auf den ersten Blick

Das Design einer Handwerker-Website hat einen Job: Vertrauen aufbauen, bevor der erste Satz gelesen ist. Konkret heißt das:

  • Echte Fotos schlagen Stockfotos. Ein ehrliches Foto von Ihnen und Ihrem Team wirkt stärker als das zehntausendfach verwendete Agentur-Lächeln.
  • Das Wichtigste nach oben: Wer Sie sind, was Sie machen, für welche Region — und wie man Sie erreicht. Ohne Scrollen erkennbar.
  • Mobil zuerst: Der Großteil der lokalen Suchen passiert am Smartphone. Eine Seite, die am Handy hakt, verliert genau dort, wo Ihre Kunden sind.

Sie bekommen einen Designentwurf zu sehen, bevor gebaut wird — und geben Feedback. Erfahrungsgemäß reicht eine Korrekturrunde, wenn das Konzept vorher sauber war.

Schritt 4: Umsetzung — wo Technik über Sichtbarkeit entscheidet

Jetzt wird gebaut. Für Sie als Auftraggeber ist dieser Schritt der entspannteste, aber unter der Haube fallen Entscheidungen, die Sie später jeden Tag betreffen:

  • Ladezeit: Langsame Seiten verlieren Besucher und Rankings. Google bewertet Ladezeit seit Jahren als Rankingfaktor.
  • Lokale Suchmaschinenoptimierung: Saubere Seitenstruktur, strukturierte Daten (damit Google versteht: Das ist ein Betrieb in dieser Stadt mit diesen Leistungen), Verknüpfung mit dem Google-Unternehmensprofil.
  • Wartungsarmut: Statisch generierte Websites kommen ohne Plugin-System aus, das monatlich Sicherheitsupdates braucht — das spart laufende Wartungskosten und Angriffsfläche.

Schritt 5: Rechtliches — unspektakulär, aber Pflicht

Impressum, Datenschutzerklärung, DSGVO-konformes Kontaktformular, Cookie-Handling ohne Abmahnrisiko. Dazu die Hosting-Frage: Server in Deutschland vereinfachen die Datenschutz-Bewertung erheblich, weil kein Datentransfer in Drittländer stattfindet.

Dieser Schritt gehört in die Verantwortung des Anbieters — Sie sollten hier nichts selbst recherchieren müssen. Fragen Sie im Angebot trotzdem explizit danach: „Rechtstexte inklusive?” ist eine Frage, die manche Anbieter unangenehm ins Schwimmen bringt.

Schritt 6: Livegang — mit Checkliste statt Bauchgefühl

Vor dem Livegang wird geprüft: alle Seiten auf Mobilgeräten getestet, Formulare probeweise abgeschickt, Telefonnummern-Links geprüft (tippt man am Handy auf die Nummer, muss das Telefon wählen), Google-Unternehmensprofil mit der neuen Website verknüpft, Weiterleitungen von der alten Website eingerichtet, damit bestehende Google-Rankings nicht verloren gehen.

Dann geht die Seite live — und zwar auf Domain und Zugängen, die Ihnen gehören.

Schritt 7: Pflege — was nach dem Livegang passiert

Eine Website ist kein Denkmal. Was sich bewährt: kleine, regelmäßige Updates statt großer Relaunches alle fünf Jahre. Neue Projektfotos, eine zusätzliche Leistungsseite, aktualisierte Öffnungszeiten. Klären Sie vor Projektstart, was spätere Änderungen kosten und wie schnell sie umgesetzt werden.

Wer noch mehr aus der Website holen will, ergänzt sie um Online-Terminbuchung und automatisiertes Bewertungs-Management — damit arbeitet die Seite auch dann für Sie, wenn Sie auf der Baustelle stehen.

Wie lange dauert das alles?

Die ehrliche Antwort: Es hängt weniger vom Umfang ab als von der Arbeitsweise.

Bei klassischen Agentur-Projekten mit mehreren Beteiligten, wöchentlichen Meetings und Text-Bringschuld des Kunden sind drei bis sechs Monate normal. Die reine Arbeitszeit an einer Unternehmens-Website ist aber viel kleiner — der Rest ist Warten: auf Texte, auf Feedback, auf den nächsten freien Slot im Agenturkalender.

Bei fokussierter Arbeitsweise — ein Ansprechpartner, Texte aus einer Hand, Projekt am Stück statt in Kalenderwochen-Häppchen — ist eine typische Unternehmens-Website in wenigen Tagen bis zwei Wochen live. Nicht weil weniger gemacht wird, sondern weil die Wartezeiten wegfallen.

Häufige Fragen

Was muss ich als Auftraggeber wirklich selbst liefern?

Bei guter Projektführung: Ihr Wissen im Erstgespräch, vorhandene Fotos, Korrekturen an den Textentwürfen und Freigaben. Insgesamt wenige Stunden. Wenn ein Anbieter fertige Texte und ein Konzept von Ihnen erwartet, kauft er sich seine Hauptarbeit von Ihnen zurück.

Kann ich die Website später selbst ändern?

Das ist eine Grundsatzentscheidung. Selbst-editierbare Systeme wie WordPress erkaufen die Freiheit mit Wartungsaufwand und Update-Pflichten. Die Alternative: Änderungen laufen über den Anbieter, dafür bleibt die Seite wartungsarm und schnell. Entscheidend ist, dass Änderungen zügig und zu klaren Konditionen möglich sind — egal auf welchem Weg.

Was passiert mit meiner alten Website und deren Google-Rankings?

Bestehende Rankings gehen nicht verloren, wenn der Umzug sauber gemacht wird: Alte Seiten-Adressen werden per Weiterleitung auf die neuen umgeleitet, Google übernimmt die Bewertung. Ohne diese Weiterleitungen kann ein Relaunch tatsächlich Sichtbarkeit kosten — fragen Sie Ihren Anbieter konkret danach.


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